Weibliche Ejakulation

Beim Orgasmus zur Ejakulation kommen

Orgasmus und Ejakulation

Wenn Sie allein durch die Stimulierung Ihrer Klitoris zum Höhepunkt kommen, werden Sie kaum regelmäßig beim Orgasmus ejakulieren. Die Ejakulation wird nicht von selbst kommen und sie wird nicht besonders stark sein. Möglicherweise werden Sie während des Orgasmus überhaupt nicht ejakulieren können. Wenn Sie diese Erfahrung allerdings gern machen wollen, müssen Sie Ihre Technik nur ganz leicht verändern. Stimulieren Sie einfach den GPunkt und durch ihn den Beckennerv. Auf diese Weise verlagern Sie Ihren Orgasmus auf der Skala ein klein wenig nach unten.

Wie Sie einen klitoralen Orgasmus in einen G-Punkt-Orgasmus verwandeln

Wenn Sie normalerweise durch Stimulierung der Klitoris zum Orgasmus kommen, nehmen Sie sich ein wenig mehr Zeit und versuchen Sie es mit einem G-Punkt-Stimulator (über den Sie später noch mehr erfahren). Sie können den G-Punkt auch mit dem Finger massieren, wenn Ihnen das mehr liegt. Wenn die ersten Versuche fehlschlagen, sollten Sie sich mehr um den G-Punkt kümmern, bevor Sie beginnen, die Klitoris anzuregen. Vermutlich müssen Sie ein bisschen üben, bis Sie auf diese Weise einen Orgasmus bekommen. Entspannen Sie sich, machen Sie langsam und nehmen Sie aufmerksam alle Empfindungen wahr, wie in Kapitel 4 beschrieben.

Erinnern Sie sich an die neuen Erfahrungen, die Sie auf Ihrer erotischen Landkarte eingetragen haben, als Sie Ihren G-Punkt erkundeten. Stimulieren Sie geschickt jene Punkte, die Sie am meisten erregt haben. Bei diesen Übungssitzungen sollten Sie den Vibrator gar nicht erst anschalten. Masturbieren Sie möglichst langsam. Nehmen Sie sich genug Zeit für Ihre Erregung. Spüren Sie, wie sich die Lust über den ganzen Körper ausbreitet, während Sie immer wieder tief ein- und ausatmen. Entspannen Sie sich. Stellen Sie Ihre Fantasien einmal beiseite und konzentrieren Sie sich ganz auf Ihre körperlichen Empfindungen.

Vom G-Punkt-Orgasmus zur Ejakulation

Nun können Sie versuchen, zur Ejakulation zu kommen. Wenn Sie auf einen G-Punkt-Orgasmus zusteuern wollen, sollten Sie weiter- hin kleine Veränderungen an Ihrer Technik vornehmen. Stimulieren Sie das erektile Gewebe rund um Ihre Harnröhrenöffnung. Auf diese Weise sprechen Sie den G-Punkt an. Machen Sie weiter, bis Sie so erregt sind, dass Sie kurz vor dem Höhepunkt stehen. Nun versuchen Sie, während des Orgasmus zu ejakulieren, indem Sie drücken und pressen, wie Sie es in Kapitel 4 gelernt haben. Stimulieren Sie außerdem das Gewebe um die Harnröhrenmündung oder andere Bereiche des G-Punkt-Gewebes. Wenn Sie den Vibrator brauchen, um zum Orgasmus zu kommen, können Sie ihn jetzt für einen kurzen Moment einsetzen. Gewöhnen Sie sich aber allmählich daran, mehr auf Ihre Finger zu setzen, auf anderes Spielzeug oder auf die Penetration durch den Partner. Auf diese Weise verschiebt sich Ihr Höhepunkt auf der Skala. Für die meisten Frauen fühlt es sich zunächst komisch an, auf diese Weise zu kommen.

Machen Sie sich keine Gedanken. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihren G-Punkt zu stimulieren und Ihre Gefühle zu genießen. Üben Sie sich eine Zeit lang darin. Vielleicht haben Sie nicht sofort einen G-Punkt-Orgasmus. Auch das ist in Ordnung. Mit der Zeit wird es auf jeden Fall dazu kommen. Im Augenblick sollten Sie die neuen Techniken einfach möglichst lange einsetzen und erst kurz vor dem Orgasmus auf ihre alten Methoden zurückgreifen, solange das nötig ist. Versuchen Sie weiterhin, während des Orgasmus zu ejakulieren. Wenn Sie bereits jetzt durch eine Kombination von Klitorisund G-Punkt-Stimulation zum Höhepunkt kommen, stehen Ihre Chancen, dabei auch zu ejakulieren, recht gut. Machen Sie sich besser mit Ihrem G-Punkt-Orgasmus vertraut. Nehmen Sie sich Zeit. Beobachten Sie, wie Ihr Körper sich anfühlt. Registrieren Sie eventuell auftretende Fantasien oder Sehnsüchte. Wenn die Stimulierung des G-Punktes starke Emotionen wie Müdigkeit, Wut oder Verlustgefühle auslöst, lesen Sie dieses Kapitel zu Ende und gehen Sie weiter zu Kapitel 8. Dort kümmern wir uns um emotionale Blockaden, die sich lösen, wenn Sie Ihren G-Punkt wieder zum Leben erwecken.

Wenn Sie einen G-Punkt-Orgasmus bekommen und dabei ejakulieren wollen, können Sie auf jene Methoden bauen, die Sie seit jeher anwenden, um zum Höhepunkt zu kommen. Folgen Sie einfach den Wegweisern auf Ihrer erotischen Landkarte, vielleicht stimulieren Sie den G-Punkt etwas mehr und ein wenig länger als üblich. Wenn Sie normalerweise dabei auch die Klitoris streicheln, dann verwenden Sie hierfür ein bisschen weniger Sorgfalt. Atmen Sie tief durch. Drücken Sie Ihre Gefühle aus. Bewegen Sie Ihren Körper, wie es Ihnen Spaß macht. Sorgen Sie dafür, dass sich genug Flüssigkeit im G-Punkt aufbaut. Lassen Sie sich Zeit, um zu einem wirklich guten Orgasmus zu kommen. Stoßen Sie kurz vor dem Orgasmus mit den Fingern oder mit Ihrem Sexspielzeug tief in die Vagina hinein.

Wenn Sie spüren, dass es so weit ist, dass Orgasmus und Ejakulation kurz bevorstehen, sollten Sie folgende drei Regeln beachten:

  1. Nehmen Sie beim Orgasmus die Position ein, in der Sie das Ejakulieren geübt haben.
  2. Pressen Sie, kurz bevor Sie den Höhepunkt erreichen.
  3. Der Druck presst alles, was sich in diesem Moment in Ihrer Vagina befindet, nach draußen, also auch Ihren Finger oder Ihr Spielzeug. Die Flüssigkeit bahnt sich ihren Weg nach draußen. Hier ist ein gutes Timing wichtig.

Wenn Sie zu lange warten und erst drücken, wenn Sie schon mitten im Höhepunkt sind, oder wenn Sie zu früh drücken, werden Sie nicht ejakulieren. Sollte das der Fall sein, ist es kein Grund, sich Sorgen zu machen. Sie brauchen einfach ein bisschen Übung. Wenn Sie mit der Ejakulation genug Erfahrung gesammelt haben, ergibt sich die zeitliche Abstimmung von selbst und Sie müssen keinen Gedan- ken mehr darauf verschwenden. Die unwillkürlichen Muskelkontraktionen beim Orgasmus und Ihre Fähigkeit loszulassen übernehmen dann für Sie das Steuer und sorgen dafür, dass die Ejakulationsflüssigkeit genau im richtigen Moment austritt. Wenn Sie beim Orgasmus zur Ejakulation gekommen sind, dann ist das toll! Ich gratuliere!

Wenn nicht, seien Sie versichert, dass es eines Tages klappen wird. Versuchen Sie es weiter, ohne sich unter Druck zu setzen. Denken Sie daran: Begegnen Sie der Frustration mit einem Lachen und machen Sie diese Übung einfach eine Zeit lang nicht mehr. Auf den folgenden Seiten möchte ich Ihnen noch ein paar Tipps geben, wie Sie mit den Emotionen des erwachenden G-Punktes besser umgehen können und welche Sexspielzeuge Ihnen nützlich sein können, um eine Ejakulation zu erfahren.

Erden Sie Ihre romantischen Träume

Wenn Sie Schwierigkeiten mit der Stimulierung des G-Punktes haben sollten, vergessen Sie seine durch und durch emotionale Natur nicht. Beim Loslassen geht es schließlich nicht nur um die Angst vorm Pinkeln, sondern auch darum, den eigenen Emotionen freien Lauf zu lassen. In Ich liebe Sex stellt Dr. Gina Ogden fest, dass sogar jüngere Studien mit Definitionen von Sex arbeiten, die der großen Bandbreite weiblicher Erfahrung nicht gerecht werden. Ihrer Ansicht nach sind die meisten Werke über Sexualität schlicht viel zu technisch und analytisch. Sie folgen eher dem männlichen Blick auf die sexuelle Erfahrung, ihre Therapiemöglichkeiten und die mit ihr verbundenen Forschungsansätze.

Ihrer Ansicht nach setzt sich keine der aktuellen Untersuchungen mit der Vielschichtigkeit weiblicher Intimität auseinander oder unternimmt auch nur ernsthaft den Versuch, die vielfältigen und geheimnisvollen Empfindungen und ihre Bedeutungsebenen zu ergründen. In keiner dieser Studien, so Dr. Ogden, werden Frauen selbst befragt, was Sex ihnen bedeute – eine Unterlassungssünde, die uns alle hellhörig machen sollte. Dr. Ogdens Recherchen zufolge haben die üblichen wissenschaftlichen Untersuchungen es bislang versäumt, den befragten Frauen eine geeignete Skala für die Beschreibung ihrer Lustempfindungen und sexuellen Reaktionen anzubieten, die den weiblichen Erfahrungen auch nur ansatzweise entspricht.

Viele Sehnsüchte und Gefühle, die Frauen im Hinblick auf sich selbst, ihre Beziehung und das Leben im Allgemeinen hegen, sind im Grunde erotischer Natur und haben ihren Sitz im G-Punkt. Ist eine Frau sich der mit dem G-Punkt verbundenen Emotionen nicht bewusst, „wildern“ diese sozusagen in ihrer Psyche, was die Frauen von ihrem Lustempfinden abschneidet und es für sie immer schwieriger macht, einen Höhepunkt zu erreichen. Die folgende einfache Visualisierungsübung soll Ihnen dabei helfen, die körperlichen und emotionalen Aspekte der Sexualität unter einen Hut zu bringen. Auf diese Weise lernen Sie, Ihren G-Punkt zu stimulieren und die Emotionen zuzulassen, die darin verborgen liegen können.

Wie Sie Ihre romantischen Träume erden

Legen Sie sich in einem stillen Raum auf den Rücken. Lassen Sie alle Sehnsüchte Ihres Lebens in Ihr Herz aufsteigen. (In Ordnung, die Hälfte tut’s auch!) Nehmen Sie sie zur Kenntnis, während Sie sich von ihnen überfluten lassen. Dann stellen Sie sich einen riesigen Trichter vor, der über Ihrem Kopf schwebt. Der Trichter lässt alles durch Ihren Scheitel, Ihr Herz hinab bis in Ihren G-Punkt hineingleiten. Lassen Sie nun alle Sehnsüchte durch den Trichter in Ihren GPunkt hinabwandern: Ihr G-Punkt schwillt dabei an, er wird ganz dick. Stellen Sie sich vor, wie er immer größer wird. Toll, nicht wahr? Es funktioniert!

Wiederholen Sie diese Übung jeden Tag so oft wie irgend möglich, bis Sie diese romantischen Gefühle, die häufig während des Vorspiels auftauchen, jederzeit in Ihren G-Punkt lenken können, ohne sich länger als eine Minute darauf konzentrieren zu müssen. Diese Visualisierungsübung hilft Ihnen, Verantwortung für Ihre erotischen Wünsche zu übernehmen und diese in Ihr sexuelles Zentrum zu leiten. Auf diese Weise finden Ihre Sehnsüchte Ausdruck in Ihrer Sexualität, statt Ihren Geist zu vergiften. Das ist ein ausgesprochen wirksames Mittel, um unbewusste Projektionen zu unterbinden, die Sie an Menschen binden, welche Ihre Fantasien zwar ansprechen, jedoch nicht bereit sind, darauf einzugehen.

Wenn Sie Ihre gefühlvollen weiblichen Sehnsüchte, die von Natur aus geheimnisvoll und unergründlich sind, in ihrem sexuellen Zentrum verankert haben, müssen Sie die Verantwortung für die Verbindung zwischen Gefühl und Sex nicht mehr Ihrem oder Ihrer Liebsten aufbürden. Erden Sie Ihre romantischen Lüste im G-Punkt. Das ist Ihr Geschlechtsorgan, das es zu aktivieren gilt. Sobald Sie diese Fertigkeit beherrschen, können Sie Ihrem Partner auf halbem Weg entgegenkommen, weil Sie nun tatsächlich sexuell gleichberechtigt sind. Dr. Ogden meint dazu, dass Frauen die Kluft zwischen den Geschlechtern verringern könnten, wenn sie sich diese Macht zurückerobern.

Machen Sie sich emotional frei

Oft sind es auch die kulturell bedingten Klischees der Weiblichkeit, die Frauen daran hindern, vor Lust „wild“ zu werden. Obwohl sich das Frauenbild in den letzten vierzig Jahren grundlegend gewandelt hat, stecken die alten Denkmuster noch in unseren Köpfen, denn solch ein Wandel braucht seine Zeit, um sich auch im Innenleben zu verankern. Ab und an ertappe ich mich selbst dabei, wie ich meine Ejakulation und meine Lust bremse, weil ich Angst habe, mein Liebster könnte mich zu wild finden. Tief verwurzelte Gewohnheiten zu verändern erfordert Zeit – vielleicht ein ganzes Leben. Bis vor nicht allzu langer Zeit war das Frauenbild von den Idealen des Viktorianischen Zeitalters geprägt. Eine Frau hatte nett zu sein, ordentlich, anständig, freundlich und vor allem zurückhaltend.

Drücken Sie Ihre Gefühle aus! Lassen Sie sie zusammen mit der Flüssigkeit fließen! Fürchten Sie sich nicht vor der Wolfsfrau in Ihnen (oder vor der Wasserfrau)! Wenn Sie gereizt sind, stöhnen Sie und bewegen Sie sich. Da ist etwas in Ihnen, das heraus will: Sehnsucht, Lust, Begierde. Es ist nicht nur die Flüssigkeit, es sind Ihre Emotionen und Gefühle. Sexualität ist vollkommener, individueller Selbstausdruck, daher wird sie in alten Schriften auch als Form der Kunst behandelt. Und das Potenzial für den weiblichen Selbstausdruck sitzt im erwachten G-Punkt. Eine junge Frau, die mit den Geheimnissen des G-Punktes Bekanntschaft gemacht hatte, sagte einmal zu mir: „Ich habe zu einem Teil meiner Sexualität zurückgefunden, den ich vollkommen vergessen hatte, ja, von dem ich nicht einmal wusste, dass ich ihn verloren hatte … eine Art ‚Unschuld‘, die Freiheit, ich selbst zu sein … Ich weiß nun, dass dieser Teil meiner selbst zu mir zurückgekehrt ist, und das rührt mich zu Tränen.“

Das G-Punkt-Tagebuch

All die neuen Techniken, Stellungen, Hilfsmittel und Abenteuer, die Sie mit sich selbst und Ihren Sexualpartnern erleben, sind wie ein großer Sack mit den wundervollsten Geschenken. Doch dieser Überfluss führt zu einer Bandbreite an Emotionen und Erfahrungen, das uns manchmal einfach zu viel wird. Hin und wieder brauchen wir einfach eine Auszeit. In solch einem Fall ist es nützlich, wenn Sie ein Tagebuch führen, in dem Sie Ihre sexuellen Erlebnisse niederschreiben. Auf diese Weise gerät nicht in Vergessenheit, welch zarte Empfindungen sich z.B. bei Ihrer letzten Übung zeigten. Sie werden neue Ideen zur Stärkung Ihres Lustempfindens entwickeln, und wenn Sie Ihren Partner in Ihre Erfahrungen einweihen möchten, sind Sie nicht um Worte verlegen, weil Sie das alles schon einmal zu Papier gebracht haben.

Außerdem macht es Spaß, ein Tagebuch auszusuchen. Die meisten sind hübsch. Es gibt sogar handgebundene Tagebücher. Bereits das Auswählen tut der Seele gut, denn damit unterstreichen Sie, dass Sie sich Zeit für sich selbst nehmen wollen; dass Sie jenen Dingen, die für Sie wichtig sind, Raum geben wollen. Allein das lässt Ihren Körper sich warm und entspannt fühlen und schafft einen liebevollen Rahmen für Ihre Erkundungsreisen zum G-Punkt und zur weiblichen Ejakulation. Am besten ist es, wenn Sie bei Ihren Einträgen folgende sechs Punkte berücksichtigen: Schreiben Sie das Datum auf. Und was Sie gemacht haben. Welche emotionalen Reak-tionen sich gezeigt haben. Wie Sie körperlich darauf reagiert haben. Ob alte Denkmuster aufgetaucht sind. Und ob es neue Erkenntnisse gibt.

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