Vorzeitiger Samenerguss

Orgasmusschwelle

Was ist die Orgasmusschwelle und wie erkennt man Sie?

Nach Masters/Johnson, zwei Sexualforschern aus den USA, sieht die Erregungskurve beider Geschlechter beim Sex schematisch folgendermaßen aus (Abb. 2):

Erregungskurve

Abb. 2 Die Erregungskurve nach Masters/Johnson

  1. Die Erregungsphase
  2. Die Plateauphase
  3. Der „Point of no return“
  4. Die Orgasmusphase
  5. Rückbildungsphase
  6. Refraktärphase:

Erregungsphase

In der Erregungsphase wird der Penis des Mannes steif. Die Hoden werden angehoben. Die Eichel schwillt an. Bei der Frau wird die Scheide stärker durchblutet und feuchter, die Klitoris (der Kitzler) und die Schamlippen werden größer. Der Blutdruck und die Atemfrequenz der Sexualpartner steigen an. Die Atmung wird tiefer.

Die Plateauphase

In der Plateauphase zeigen beide Geschlechter Zeichen starker Erregung. Die Muskeln spannen sich an und es kommt zu zunehmendem Kontrollverlust. Die Eichel des Mannes schwillt an und färbt sich rot. Etwas Flüssigkeit tritt aus der Harnröhre aus. Hierin können schon Samenzellen enthalten sein. Bei der Frau dehnt sich die Vagina aus, die Klitoris tritt etwas zurück und die kleinen Schamlippen verfärben sich
hellrot.

Der „Point of no return“

„Der Punkt keiner Rückkehr“ ist der Zeitpunkt, an dem es unmöglich wird, den Orgasmus weiter zurückzuhalten. Ist dieser Punkt erreicht, gibt es kein „zurück“ mehr. Was nun folgt, kann willentlich kaum mehr
beeinflusst werden. Der Point of no return liegt bei jedem Menschen auf etwas anderem Niveau. Das Ziel der Start-Top-Technik ist es, diesen Punkt genau kennen zu lernen um kurz vorher die Stimulation unterbrechen oder schwächer ausführen zu können, um die Erregung wieder abzusenken und den Höhepunkt zeitlich hinauszuschieben.

Die Orgasmusphase

Dies ist der Höhepunkt der sexuellen Erregung. Die Muskeln ziehen sich meist unkontrollierbar zusammen. Der Rauschzustand des Orgasmus wird empfunden. Beim Mann findet nun die Ejakulation – der Samenerguss – statt.

Rückbildungsphase

In der Rückbildungsphase wird die Herzfrequenz wieder niedriger, der Blutdruck sinkt. Der Penis beginnt schlaff zu werden, die Hoden sinken ab. Bei der Frau verkleinern sich die Klitoris und die Schamlippen.

Refraktärphase

Beim Mann ist der Penis nun individuell unterschiedlich lange weniger empfindlich gegenüber sexuellen Reizen und Stimulation. Bei Frauen sinkt die Erregungskurve meist nicht so schnell ab wie beim Mann. Ihr Kitzler bleibt empfindlich und viele Frauen können direkt von hier aus wieder in die Plateauphase eintreten und z.B. noch einen oder mehrere Orgasmen – so genannte multiple Orgasmen – erleben. Männern ist dies nur äußerst selten möglich. Bei dem Großteil der Männer bleibt der Penis nun einige Zeit schlaff und kann sich nicht sofort wieder versteifen. Das ist ganz normal. Multiple Orgasmen sind für Männer sehr schwer zu erreichen, obwohl dies oft angestrebt und als Ideal heraufbeschwört wird.

Oft ist rein physisch, d.h. aufgrund eines schlaffen Penis, keine starke Stimulation und damit kein weiterer Orgasmus möglich. Die Refraktärphase wird individuell sehr unterschiedlich empfunden – auch zwischen den Geschlechtern gibt es große Unterschiede. So gibt es Männer und Frauen, die „hypererregt“ sind und denen weitere Berührungen Unbehagen und Schmerzen bereiten. Andere hingegen wünschen nach dem Orgasmus engen Hautkontakt und Berührungen. Da die Erregungskurve der Frau nicht so schnell absinkt, hat sie oft noch das Bedürfnis zu „Kuscheln“, während bei Männern die Erregung bereits ganz verebbt ist.

Die Erregungskurven von Männern und Frauen Die Erregungskurven beider Geschlechter verlaufen in der Regel nicht parallel. Der Point of no return tritt bei der Frau meist später ein. Nach Studien braucht sie im Durchschnitt etwas länger als der Mann bis sie zum Orgasmus kommt. Ihre Erregungskurve fällt in der Regel nicht so steil ab wie die des Mannes. Die Erregungskurven von Mann und Frau sind jedoch individuell sehr verschieden, so dass hier keine pauschalen Aussagen möglich sind. Die Grafik ist also nur beispielhaft zu verstehen. Sie zeigt in diesem individuellen Fall einen langsameren Erregungsanstieg und ein langsameres Absinken der Erregung bei etwas späterem Einsetzen des Orgasmus der Frau.

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