Vorzeitiger Samenerguss

Diagnose

Diagnose stellen

Die erste Frage, die sich Betroffene selbst stellen müssen und die oft sehr viel Unsicherheit erzeugt, ist, ob sie überhaupt an der Ejaculatio praecox leiden. Da der vorzeitige Samenerguss hauptsächlich auf psychische Ursachen zurückzuführen ist, fällt die Diagnose nicht so leicht wie es scheint. Er kann nicht in Minuten und Sekunden gemessen werden. Es gibt als Richtwerte nur ungefähre Zeitangaben und die Empfindungen des Mannes, die weitere Rückschlüsse zulassen. Folgende Punkte helfen, den vorzeitigen Samenerguss zu erkennen:

1. Die Dauer, die ein Mann tatsächlich bis zum Samenerguss braucht, stimmt fast nie mit der empfundenen Dauer überein. Deshalb sind geschätzte Zeitwerte eher irreführend.
2. Die Empfindung, die ein Mann während des Geschlechtsverkehrs hat gibt eher Auskunft: Laut Definition ist dies die Unzufriedenheit des Mannes, wenn er entweder vor, während oder kurz nach dem Eindringen kommt. Er kann die Ejakulation nicht willentlich beeinflussen und kommt sofort.
3. Der vorzeitige Samenerguss tritt mehrere Wochen lang auf, obwohl regelmäßig Sex praktiziert wird.
4. Der vorzeitige Samenerguss darf nicht mit einem im äußersten Erregungszustand erlebten Orgasmus, wie er zum Beispiel beim ersten Sex oder in einer neuen Partnerbeziehung stattfinden kann, verwechselt werden. Dies sind ganz normale Reaktionen. Das gleiche gilt auch für den Fall, wenn sehr lange Zeitspannen zwischen den einzelnen Sexualkontakten liegen. Hier kommen viele Männer zu früh, weil sie stärker erregt sind.

Generell gilt: Je früher fachliche Hilfe in Anspruch genommen wird und/oder die folgenden Methoden trainiert werden, desto größere Chancen bestehen, das Problem schnell in den Griff zu bekommen. Um also eine eindeutige Diagnose stellen zu können und physische (organische) Ursachen auszuschließen, sollte möglichst sofort ein Urologe aufgesucht werden! Sind keine organischen Ursachen zu finden, kann sofort mit den folgenden Übungen begonnen werden.

Schritt 1: Urologe

Ein Urologe ist anfänglich der beste Ansprechpartner. Findet er keine organischen Ursachen, kann er ihnen eine Therapieform empfehlen, die für Sie geeignet ist. An dieser Stelle ist noch zu erwähnen: Viele Männer fühlen sich bei ihrem Urologen sehr unwohl. Dass das auch daran liegen kann, dass einem der betreffende Arzt schon beim ersten Anblick unsympathisch ist, betone ich aus gutem Grund. Nutzen Sie deshalb die Freiheit: Gehen Sie zu einem Arzt, zu dem Sie volles Vertrauen haben. Sie haben ein Problem, dass Sie vielleicht noch nicht einmal mit Ihrem besten Freund oder Ihrer Partnerin erörten. Es handelt sich um eines der intimsten Dinge, die es überhaupt gibt! Ein peinliches schamhaftes Gefühl ist dabei normal. Vertrauen und Verständnis, sind deshalb die Grundvoraussetzungen für eine gute Arzt- Patient-Beziehung und eine erfolgreiche Therapie. Wenn Sie sich unwohl fühlen und sich der Arzt für Sie keine Zeit nimmt, ist dies kein gutes Zeichen.

Es gibt genügend Ärzte, die darauf warten, Sie als neuen Patienten zu begrüßen, Sie verbindlich und einfühlsam zu betreuen und dabei keinen gehetzten Eindruck machen. Besonders unter älteren Männern ist das Obrigkeitsdenken immer noch sehr ausgeprägt. Alleine der geführte Doktortitel scheint für viele Patienten schon der Garant für Kompetenz zu sein. Dem ist bei weitem nicht so: Ärzte sind Dienstleister und keine Götter in Weiß. Sie müssen viel Geld für eine Behandlung bezahlen – legen Sie deshalb Wert auf eine zufrieden stellende Behandlung! Natürlich gibt es auch unzählige Männer und Paare, die das Problem der frühzeitigen Ejakulation selbst durch Übungen, Gespräche usf. in den Griff bekommen haben. Was Sie also tun – ob Sie gleich zu einem Therapeuten gehen oder Ihr Problem erst einmal selbst in Angriff nehmen – bleibt natürlich Ihnen überlassen. Das Wichtigste ist, dass Sie überhaupt damit beginnen.

Behandlungsmethoden bei vorzeitigem Samenerguss

Vorzeitiger Samenerguss kann psychologisch oder medikamentös behandelt werden. Bevor Sie den Schritt zum Psychologen wählen oder zu Medikamenten greifen, sollten Sie alternative Lösungen ausprobiert haben, wie z.B. Techniken und Übungen um den Samenerguss hinauszuzögern.

Der vorzeitige Samenerguss ist, genau wie die Impotenz auch, in der heutigen Gesellschaft immer noch ein Tabuthema. Selten trauen sich Männer überhaupt zum Arzt. Die Scham der Betroffen ist so groß, dass sie mit ihrem Problem ungern zu „unbekannten“ Ärzten oder Psychologen gehen. Sie sind sich nicht sicher, ob ihr Problem auch als solches erkannt wird oder ob sie mit dieser „Lappalie“ überhaupt vom Arzt ernst genommen werden. Je länger sie jedoch abwarten und je öfter sie Misserfolge beim Sex haben, desto größer wird die innerliche Anspannung.

Aus dem vorzeitigen Samenerguss wird so oft ein chronisches Krankheitsbild, das zu Schwierigkeiten in der Partnerschaft und damit verbunden zu einem großen Leidensdruck führt, der die Betroffenen stark belastet. Nicht selten wählen Männer einen nahe liegenden Ausweg um dieser Situation zu entfliehen: Sie üben Enthaltsamkeit in ihrem Sexualleben. Dies führt dann unweigerlich zu Spannungen mit der Partnerin. Sie fühlt sich abgewiesen, ungeliebt und nicht mehr begehrenswert. Haben Sie das Gefühl, dass Sie unter vorzeitigem Samenerguss leiden, nehmen Sie sobald wie möglich professionelle Hilfe in Anspruch!

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